Ludwig Mathar über sich selbst Am liebsten wandelt er da alte, von Gras verwachsene Fährten, Leinpfade und Waldwege, sitzt abends dann beim Pfarrer über deutschen und lateinischen Chroniken. Die Lese dreier Jahrhunderte wird ihm da "Ein voller Herbst" (J.Kösel und Fr.Pustet, Hausschatzbücher). Graue Vorzeit, die Not des Moselvolkes, die Jahre des Blutes und der Tränen wird furchtbar lebendig und steht mit einem Mal leibhaftig da, als ein Sinn– und Vorbild auch unserer Zeit. So entstand in Fiebergluten der Moselroman des 17. Jahrhunderts, das Trauerspiel des Moselvolkes. "Unter der Geißel" (Kösel und Pustet). Schaurig auch die Geschichte "Wie Caspar Streccius, Pfarrer von Enkirch, den Tod besiegte", gruselig, gespentisch, wie sich das geziemt für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, aber trotz allem daseinsfestweinfröhlich, moselecht. Rokokoschnörkelig, zierlich tänzelnd die Mär: "Kurfürst Johann Philipp in Not". O du heiterer, lustig lebensfroher Johann Philipp von Walderdorf! Deine Not ist deine übergroße Güte, die zuletzt doch über menschliche Undankbarkeit und Schwäche einen stillen, heldenhaften Sieg gewinnt. Und mitten in diese Mär eines einzigen Tages hallen die Glocken, dröhnen die Kanonen und jauchzt Vivat das Volk. In all seiner Pracht steht der Kurfürstliche Palast noch unentstellt vor unseren staunenden Augen. Ja, Residenz und Hofgarten, das ganze Trier der heiteren Rokokozeites ist admirabel schön! Hahaha! Und dann zuletzt, doch nicht zumindest, "Der Dieblicher Halfen letzte Fahrt". Ja, mit solchen Kerlen möchte man leben und sterben! Hei, solch eine Halfenfahrt möchte man im Jubeljahr 1925 noch einmal machen! Nun, ihr sollt sie lesen, die gut gekoppelten Drei, wenn der junge Wein blüht, wenn der Sommer des Moseltales Stille verklärt. "Wir Drei", wohlgestückte und gebundene Moselgeschichten! will ich das Büchlein benamsen. Der Paulinusverlag in Trier ist Pate. Hans Spung, der Coblenzer, hat es mit grausigen und lustigen Bildern geschmückt. Wer aber Lust hat zu lesen, der lese! Trier, im Maimond des Jubeljahres 1925. Home zurück